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Traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern in Mecklenburg-Vorpommern

Die traditionelle handwerkliche Küstenfischerei ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der maritimen Kultur Mecklenburg-Vorpommerns. Im März 2026 wurde sie offiziell in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Geschichte und Verbreitung

Die Fischerei in den Küsten- und Boddengewässern zwischen Wismar und Usedom hat die Besiedlung und wirtschaftliche Entwicklung der Region maßgeblich geprägt. Während früher fast jeder Küstenort von der Fischerei lebte, wird das Handwerk heute noch in Häfen wie Freest, Stahlbrode, Wismar oder auf den Inseln Rügen und Usedom aktiv ausgeübt. Trotz des strukturellen Wandels bleibt die Fischerei ein identitätsstiftendes Merkmal für das Land.

Merkmale der Tradition

Die Kleine Küstenfischerei unterscheidet sich durch spezifische Merkmale von der industriellen Fischerei:

  • Fangmethoden: Es kommen vorwiegend passive Fanggeräte wie Stellnetze, Reusen und Angeln zum Einsatz. Diese Methoden gelten als besonders selektiv und schonend für das Ökosystem.
  • Saisonales Wissen: Die Fischer verfügen über ein tiefgreifendes, oft mündlich überliefertes Wissen über Fischarten, Fangplätze, Wetterphänomene und Gewässer.
  • Soziale Strukturen: Die Betriebe sind meist familiengeführt. Neben dem Fang gehören auch die Instandsetzung der Fanggeräte (Netzflicken) und die direkte Vermarktung zum täglichen Handwerk.

Heutige Bedeutung

Die Aufnahme in das Kulturerbe-Verzeichnis unterstreicht die kulturelle Bedeutung dieses Berufsstandes. Neben der Versorgung mit regionalen Lebensmitteln bewahrt die Küstenfischerei ein immaterielles Erbe, das von fachspezifischer Terminologie bis hin zu handwerklichen Fertigkeiten reicht. Angesichts sinkender Betriebszahlen und ökologischer Herausforderungen dient die Anerkennung dem Schutz und der Sichtbarkeit dieser traditionsreichen Lebensform.


Aufnahmejahr: 2026
Wo: Gesamte Küstenregion und Boddengewässer von Mecklenburg-Vorpommern
Wann: ganzjährig mit saisonalen Schwerpunkten

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