
Holzkohle herzustellen bedeutet, sich einer der ältesten Techniken der Köhlerei zu bedienen. Allerdings ist der Beruf des Köhlers heute fast ausgestorben. Wie können wir uns dennoch der Geschichte der Köhlerei, ihrer handwerklichen Ausführung bzw. der Verwendung ihrer Produkte nähern?
Im Forst- und Köhlerhof Wiethagen am südlichen Rand der Rostocker Heide wird das früher bei uns beheimatete Handwerk vorgestellt und gelegentlich auch ausgeübt. In der ehemaligen Teerschwelerei steht der einzige in Deutschland noch regelmäßig in Betrieb genommene Teerschwelofen, der neben Holzkohle auch noch Holzteer und Teeressig auf althergebrachte Weise erzeugen kann. Viermal im Jahr werden bei einem Brand etwa 16 Raummeter Laubholz aus der Rostocker Heide chemisch umgewandelt und mit dem FSC- Siegel versehen. Es entstehen 1,4 bis 1,6 t Holzkohle und ca. 100 Liter reiner Holzteer bzw. ca. 200 Liter Teeressig. Ziemlich genau eine Woche lang wird dann der Ofen im Abstand von zwei Stunden durchgängig geheizt – eine sehr aufwändige Arbeit.

Mehr Informationen über die sogenannte Pyrolyse haben hier arbeitende Mitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Forst- und Köhlerhofes Rostock-Wiethagen e. V. parat. Seit 1984 sind das Köhlerhaus und die zwei doppelwandig gemauerten Teeröfen als „Technisches Denkmal“ gelistet.
Der Teerofen wird viermal im Jahr in Betrieb 6 genommen: Ostersonntag, Sommersonnenwende,
Anfang September und am 1. Advent.
Aufnahmejahr: 2014
Wo: Köhlerhof Wiethagen bei Rostock
Wann: April bis Oktober
www.koehlerhof-wiethagen.de
www.europkoehler.com