
Bei der Gestaltung und traditionell handwerklichen Fertigung der Vor- pommerschen Fischerteppiche handelt es sich um eine mündlich überlieferte, seit etwa 100 Jahren bestehende Tradition an der Küste des Greifswalder Boddens.
Anfänglich als Arbeitsbeschaffungs- maßnahme ins Leben gerufen, hat sich eine Tradition entwickelt, die für viele Menschen in der Region identitätsstiftend ist. Geknüpft werden die Fischerteppiche auf einem Hochwebstuhl, der mit einer Leinenkette bespannt und in zwei Fadensysteme geteilt ist. Der Motiv- kanon umfasst eine Fülle an spezifischen, sich aus dem Umfeld der Fischerei und Teppich- knüpferei speisenden Ornamenten.
Die maritimen Muster der Fischerteppiche weisen eine stark geometrische Anordnung in einer Drehsymmetrie auf. Der typische Farbcode beinhaltet unter anderem blau, grün, rot, weiß und ocker.

Die Fertigung der Vorpommerschen Fischerteppiche erfolgt heute nur noch durch wenige ortsansässige Praktizierende, welche das Handwerk und die Gestaltung zum Teil noch zu DDR-Zeiten in der Produktions- genossenschaft „Volkskunst an der Ostsee“ erlernt hatten. Die Kultur- form wird auch durch die Initiative „Hille Tieden“ stärker ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Mehr über die Freester und Vor- pommerschen Fischerteppiche erfahren Sie im Heimatmuseum Freest, Stadtmuseum Wolgast sowie im Pommerschen Landesmuseum Greifswald.
Aufnahmejahr: 2023
Verbreitung: in der Region des Greifswalder Boddens
Kontakt: FINC Foundation gGmbH
Dr. Sebastian Schmidt schmidt@finc-foundation.org
www.hilletieden.org